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05.10.2015:
Tenzing Hillary Everest Marathon

Der höchste Marathon des Planeten wird im Himalaya ausgetragen, Bolle war in diesem Jahr dabei. Hier ist sein Bericht:

Normalerweise wird der THEM (Tenzing Hillary Everest Marathon) im Mai ausgetragen, zu einer Zeit, in der im Himalaya Hochsaison herrscht. Das heftige Beben im April hatte jedoch so gravierende Folgen für Nepal, dass an touristische Aktivitäten nicht zu denken war. Der THEM wurde zunächst abgesagt und später auf Anfang Oktober terminiert. Das Motto des Laufes wurde "rebuild Nepal".
Bei der Buchung des THEM kann man zwischen den Varianten "Lodge" und "Camping" wählen mit entsprechenden Unterschieden bei der Übernachtung. Ich hielt Camping für die vorteilhafte Variante und habe entsprechend gewählt. Die Anreise für Camping war auf Montag, den 21.09., festgelegt.
Die Ankunft in Kathmandu erfolgte pünktlich 7 Uhr morgens am 22.09., und diesen Tag bezeichne ich nachfolgend als Tag1 der Reise.

Tag 1
Nach Verlassen des Flughafenterminals wurde ich tatsächlich von Leuten des THEM erwartet. Das war zuvor per Mail zugesagt worden, hätte ja aber auch anders sein können. David aus England wird noch eingesammelt und dann werden wir zum Shanker-Hotel gefahren, wo alle Teilnehmer der Gruppe untergebracht sind. Wie ich erfahre, wäre ich der einzige "Camping"-Teilnehmer gewesen und wurde daher in die "Lodge"-Gruppe geschoben, wodurch sich der weitere Zeitplan etwas verschiebt:
für 13 Uhr sind Briefing und offzielle Pressekonferenz mit Beteiligung der ausländischen Läufer angesetzt, am Folgetag soll es bereits in die Berge gehen.

Begrüßung der Läufer am Hotel

Briefing und offizielle Pressekonferenz, vorne der Kopf von Hanna, davor die 3 Briten (David, Fred und Tony)

Bei der Pressekonferenz wird auf das Erdbeben und den Wiederaufbau eingegangen und wie wichtig der Anlauf der touristischen Aktivitäten sei. Alle Ausländer werden herzlich begrüßt und mit Dank überschüttet.
Am Ende der Konferenz erhalten die Läufer die offziellen Laufshirts, die beim Marathon zu tragen sind. Außerdem gibt es ein schwarzes Polohemd. In diesem wird zum offziellen Gruppenfoto gebeten, das am folgenden Tag auch in der Presse erscheinen wird.
Meine Shirts, besonders das Laufshirt, sind zu klein. Tony, einer der Engländer, lacht sich kaputt, als ich versuche, mich rein zu zwängen. Der Veranstalter hat keine größeren Shirts vorrrätig, verspricht aber, bis zum Base Camp für Ersatz zu sorgen.


In unserer Gruppe befinden sich 2 Vater-Sohn-Konstellationen:
David, der eine Vater, stammt aus Neuseeland, die Familie wohnt in Pretoria in Südafrika und er arbeitet derzeit in Kathmandu an der Entwicklung der Infrastruktur. Der Sohn dazu ist Daniel, 16 Jahre alt.
Andrew, der andere Vater, kommt aus Amerika und hat Sohn Devon dabei. Devon ist 26, hat gerade das Studium beendet und wird nach der Reise seinen ersten Job antreten.
Die beiden jungen Kerle sind in der vorderen Reihe, das Plakat haltend, zu sehen.
Bemerkenswert ist, dass wir 2 taube Sportler aus Italien dabei haben: die beiden stehen ebenfalls in Reihe 1, am rechten Rand des Plakates (Bartträger und rote Hose).

Am Nachmittag werden wir per Kleinbus zu 2 Welterbestätten gefahren und dürfen uns etwas umsehen:
Station 1 nennt sich Swayambhunath und ist ein umfangreicher Tempelkomplex.


Station 2 ist der Durbar Platz mit seiner Vielzahl Pagoden, Tempeln und Palästen. Die Folgen des Erdbebens sind hier überall sichtbar.


Schnell noch ein Gruppenfoto am Hotel:



Tag 2
Die Abfahrt zum Flugplatz ist für 5.15 Uhr festgelegt, in der Hotellobby wartet für jeden eine kleine Frühstücksbox "to go".
Das Hauptgepäck wurde in eine vom Veranstalter bereit gestellte Reisetasche umgeladen, die eigene Tasche verbleibt mit überflüssigem Gepäck im Hotel.

Am Flughafen heißt es: warten, warten, warten ...
Die Flugverbindung Kathmandu - Lukla wird wegen schlechter Wetterlage nicht bedient, so füllt sich das Terminal ziemlich schnell mit Leuten und Ladung.
Gegen Mittag steht fest, dass es keine Flüge geben wird und so fahren wir zu einem anderen Hotel in die Stadt zurück.
Wir werden unser Glück am nächsten Tag erneut versuchen....


Tag 3
Nach dem Frühstück geht es wieder zum Flughafen. Warten, warten, warten ....
Dann steht es fest: auch heute wird es keine Flüge geben. Passang, unser Guide, hatte damit gerechnet und mit der Option gespielt, Helikopterflüge zu kaufen. Dazu braucht er aber die Zustimmung der Teilnehmer, da es zu Mehrkosten kommen würde.
Helikopter werden also gebucht, die Reihenfolge der Fliegenden per Kartenspiel ausgelost. Pro Helikopter können 6 Gäste und etwas Gepäck transportiert werden, ich darf im 2. Heli Platz nehmen.
Hinten pressen sich 4 Leute auf die Bank, vorne nehmen 2 weitere Gäste neben dem Piloten Platz.
Die Flugzeit nach Surke, einem kleinen Ort unterhalb von Lukla, wird mit ca. 45 Minuten angegeben. Der Pilot folgt einem Flusslauf, überfliegt diverse Bergkuppen und ermöglicht uns tolle Ausblicke von oben. Das Wetter wird schlechter, die Sicht tendiert manchmal gegen Null.


Die Helikopter landen auf einer Wiese bei Surke und laden Mensch und Material ab.
Nach und nach wird unsere Gruppe komplett, aber 3 Leute bleiben in Kathmandu zurück. Es folgen keine weiteren Heli-Flüge.
Probleme über Probleme.
Da wir noch nicht wissen, wie es mit den 3 Zurückgebliebenen weitergehen wird, beginnt unsere Gruppe mit dem Aufstieg. Ziel des heutigen Marsches ist Phakding auf 2650 Meter Höhe. Alle sind froh, dass es nun endlich los geht.
Während unsere Taschen auf Yaks und Träger verteilt wurden, gehen wir nur mit Tagesrucksäcken. Es ist nass, Regenklamotten werden ausgepackt.


Wir sind leider zu langsam und müssen auch im Dunkeln gehen; Stirn- oder Taschenlampen kommen zur Anwendung. Bei Ankunft in Phakding wartet aber ein tolles Buffet auf uns und das entschädigt für vieles.


Tag 4
Die heutige Wanderung führt nach Namche Bazaar, dem Tor zum Hoch-Himalaya und der heimlichen Hauptstadt der Sherpas. Namche liegt auf 3446 Metern, so gilt es einen Höhenunterschied von knapp 800m zu überwinden. Das kostet Kraft und Zeit; am Ende werden wir ca. 8 Stunden unterwegs sein.
Hier soll gleich mal der Begriff Sherpa geklärt werden:
Sherpa bedeutet nicht Lastenträger, wie wir vielleicht alle glauben. Die Sherpa sind ein kleines Volk, aus dessen Kreisen sich die frühen Expeditionen im Himalaya ihre Träger gesucht haben. So sind die Begriffe wahrscheinlich ineinander übergegangen.
Lastenträger, tierische und menschliche, haben wir jedenfalls reichlich gesehen, hier ein paar Beispiele:


Wir haben so oft voller Erfurcht und manchmal auch mitleidig auf die Träger geschaut; unfassbar, was die manchmal durch die Gegend gewuchtet haben. Und wir mit unseren Tagesrucksäcken sind ständig am schnaufen!
Richtig amüsiert haben wir uns, wenn die Lastenträger während des Tragens noch telefoniert haben: spektakulär!
Geschnauft haben die jedenfalls nicht!

Unterwegs begegnen uns immer wieder Baustellen, auf denen viele Einheimische fleißig sind. Steinklopfer scheint ein wichtiger Beruf zu sein ...
Steine werden irgendwie überall benötigt.


Und immer wieder gilt es Brücken zu queren: kleine, lange, Hängebrücken, Holzbalken .... Brücken in allen Varianten.
Und dann taucht plötzlich die berühmte Doppelbrücke auf, die auch im aktuellen "Everest-Kinofilm" zu sehen ist.


Diese Doppelbrücke ist bereits aus der Ferne ziemlich imposant. Und sie liegt hoch über dem Tal; man muss also aufsteigen und über die höhere der beiden Brücken gehen. Nach der Mühe wird man aber mit tollen Ausblicken belohnt!


Große Erleichterung als wir Namche erreichen, denn der Folgetag gilt als offizieller "Rest day" zur Akklimatisierung. Außerdem gilt Namche als die größte Siedlung im Hochgebirge und bietet (fast) alles, was man benötigt.
Überrascht sind wir dennoch, dass es "Pizza Hut", "Starbucks" und ein Irish Pub gibt.
Abends sind wir natürlich in der Kneipe und erfahren vom Wirt, der sich "Jack" nennt, dass am nächsten Tag nachmittags eine Filmvorführung zum Thema "Erstbesteigung des Everest" laufen wird. Wir laden uns dazu ein und hoffen, dass unsere 3 in Kathmandu zurück gebliebenen Gruppenmitglieder bis dahin in Namche sein werden. Die Chancen dafür stehen gut, denn sie sollen inzwischen mit Helikopter in der Pampa abgesetzt worden sein und befinden sich per Gewaltmarsch zu uns.


Tag 5
Ein Tag der Pause, so steht es offiziell im Tourprogramm. In der Realität bedeutet das: wir gehen auf eine kleine Anhöhe und hoffen, dass wir bei guter Witterung die hohen Berge sehen werden. Ausblicke auf Ama Dablam und Everest sollen möglich sein.
Danach soll ein Aufstieg auf 3700 Meter erfolgen mit unmittelbarem Abstieg. Dies soll der Höhenanpassung dienen.

Zuerst aber Berge gucken:
wir müssen geduldig ausharren, immer wieder schieben sich Wolken vor das Gebirge. Aber dann gewinnt irgendwann tatsächlich die Sonne.


Auf der Anhöhe gibt es noch ein "Sherpa-Museum", das wir uns ansehen.
Dann geht es zur Wanderung auf den Nachbar-Berg, Zielhöhe: 3700m. Von oben kann man schön auf Namche herabschauen:


Wie es scheint, ist blau die Farbe der Saison.

Mittags ist das offizielle Programm beendet. Und als wir in die Lodge zurückkehren, sind die 3 fehlenden Gruppenmitglieder tatsächlich eingetroffen. Es geht ihnen gut und sie erzählen tolle Geschichten von ihrer bisherigen Reise. Sie sollen ebenfalls noch auf 3700 Meter aufsteigen und so verschieben wir die Filmvorführung nach hinten.
Bei Bier, Kaffee und Kakao schauen wir uns dann alle die "Erstbesteigung des Everest" an:
es geht um die Geschichte der Expeditionen am Everest bis zur Besteigung durch Tenzing und Hillary im Jahre 1953. Das ist genau unser Thema, da der anstehende Marathon nach diesen beiden Herren benannt wurde.

So lässt es sich leben: Ash und David sitzen mit Drinks am warmen Ofen. Kino läuft



Tag 6
Namche wird das Ziel des THEM sein und ab sofort wandeln wir auf der Laufstrecke, nur in entgegen gesetzter Richtung.
Das heutige Tagesziel heißt Deboche auf 3740 Meter; unterwegs werden wir das Kloster in Thyangboche besuchen.
So sieht die Wegführung von Namche zum Base Camp auf der Karte aus:

Namche links unten auf der Karte. Folge der roten Strecke nordwärts bis rechts oben zum Everest Base Camp

Auf dem Weg zum Kloster gilt es wieder bergauf zu wandern, Brücken zu queren und Lastenträgern auszuweichen.
Dann erreichen wir Thyangboche, auf einer Anhöhe gelegen. Hier wird beim Marathon bei km32 die einzige cut off-time ausgeschrieben sein. Wer diesen Punkt nach 9 Stunden Laufzeit nicht erreicht, wird aus dem Rennen genommen, muss übernachten und darf am Folgetag mit 3 Stunden Strafzeit wieder ins Rennen gehen.
Das buddhistische Kloster ist das wichtigste kulturelle und religiöse Zentrum der Khumbu-Region. Beim Betreten des Klosters gilt es Vorschriften zu beachten:
Schuhe aus (was nach stundenlanger Wanderung nicht so witzig ist), keine Shorts! Dennoch darf beispielsweise Ash auch in kurzen Hosen eintreten, nachdem er mit den Mönchen verhandelt hat.


Im Cafe gönnen wir uns nach dem Klosterbesuch eine kleine Auszeit, bevor wir unsere Lodge in Deboche aufsuchen.
Schnell noch ein Gruppenfoto am Kloster:




Tag 7
Dingboche heißt der Ort, den wir heute erreichen müssen. Hier wird am 05.10. der Halbmarathon starten. Und hier werden die Marathonläufer eine Schleife von 3,1km je Richtung laufen müssen: den sogenannten "Bibre-Loop". Auf dem Weg nach Dingboche fühlen wir uns an einigen Stellen an das Auenland und die Hobbits erinnert.


Und dann begegnen wir einer komplett eingestürzten Brücke, einem Überbleibsel des Erdbebens.
Auf unserer Seite ist das Brückenfundament noch erhalten, aber auf der anderen Seite ist das entsprechende Gegenstück nicht zu entdecken. Es scheint, als sei der Hang auf der anderen Flussseite vollständig abgerutscht. Die Reste der Brücke reichen bis hinab ins Flussbett.


Man ist tatsächlich versucht, alle paar Minuten ein Foto zu schießen. Als die Sonne raus kommt und die Berge sichtbar werden, bieten sich wieder mal wieder spektakuläre Ausblicke. Dazu sieht man in den Dörfern allerlei hilfreiche Dinge: Solaranlagen zum Aufheizen diverser Dinge, trocknende Yakfladen als Heizstoff ...


Mittags kehren wir meist in ein Restaurant am Wegesrand ein. Dazu geht einer unserer Guides voraus, arrangiert alles Notwendige und wartet auf unsere Ankunft. Wir erhalten dann sofort warme Getränke: schwarzen Tee, Lemon Tee oder einfach nur heißes Wasser. Oft gibt es eine Suppe vorneweg, als Hauptgang Reis, Nudeln oder Kartoffeln in sämtlichen Variationen.
Wenn das Essen erledigt ist, bleibt oft noch Zeit für ein kurzes Schläfchen.


Nach der erfolgreichen Mittagspause geht es für ein paar wenige Stunden weiter des Weges, Ziel ist noch immer Dingboche. Es hilft das Wissen, dass der nächste Tag wieder ein "Rest day" sein wird. Allerdings durften wir ja bereits erfahren, was so ein Pausentag in der Realität bedeutet.


Geschafft:wir sind auf 4350 Meter Höhe. Bei freier Sicht können wir den Ama Dablam sehen.
Single- und Double-Zimmer befinden sich in getrennten Gebäuden. Die Bewohner der Einzelzimmer haben diesmal eine Toilette dabei, was wirklich kein Vorteil ist. Man kann es riechen und die Toilette ist das berühmte "Loch im Boden". Da wäre eine Außentoilette wirklich besser!


Tag 7
Es ist Ruhetag in Dingboche:
wir gehen den "Bibre-Loop" ab, damit die Marathonläufer die Schleife kennenlernen. Am Wendepunkt wird es ein grünes Armband geben als Beweis für das Absolvieren der kompletten Strecke.
Unsere Guides errichten eine Stele als Markierung des Wendepunktes.


Der Höhepunkt des Abends ist ein Snookerspiel in Dingboche. Wir gehen zu viert: Passang, Tom und Ash sind dabei.
Wenn ich mich recht erinnere, ist dies mein erstes Snookerspiel überhaupt. Und das auf 4350m.
Tom kennt die Regeln, wir hauen einfach drauf.




Tag 8
Es ist wieder Wandertag: Ziel ist Lobuche auf 4928 Meter.
Dazu geht es über das Memorial zu Ehren all der Verunglückten im Himalaya.


Scott Fishers Ehrenmal haben wir gefunden; Scott war Hauptakteur der 1996er Expedition mit vielen Toten. Er selbst ist ums Leben gekommen und wurde im aktuellen Everest-Film verewigt.
Von Lobuche gehen einige Freiwillige nachmittags noch ein Stückchen bergauf zur "Pyramide", einem Forschungslabor in den Bergen. 5000 Meter sind erreicht! Wir bekommen eine kleine Tour vom Personal und dürfen trotz Fotoverbots einige Aufnahmen machen. David, der Infrastruktur-Mann, lässt sich die Messdaten erklären und versucht Zusammenhänge zwischen Smog in Kathmanda und Wetterauswirkungen im Hoch-Himalaya herzustellen.




Tag 9
Die vorletzte Etappe steht an: der Weg nach Gorekshep, der letzten Siedlung vor dem Everest Base Camp.
Wir erreichen die 5000m-Schwelle, jeder Anstieg tut jetzt weh. Die Luft ist dünn, man tendiert zur Schnappatmung.
Dafür sieht man Wolken tief unten in den Tälern, wunderschön!


Auf dem Weg begegnen uns erstmalig auch einheimische Läufer, die in der Gegend trainieren. Ash schafft es, die beiden Sportler in ein Gespräch zu verwickeln und fragt nach deren Ambitionen für den Marathon: 3.30h nennen diese als Zielzeit. Das ist ja mal eine Vorgabe!

Ash fachsimpelt mit 2 nepalesischen Läufern

Während die beiden dann weiterlaufen, nähern wir uns Gorekshep.
5180m steht als Höhenangabe an der Lodge. Yippi, dauerhaft über 5000 Meter. Und in der Lodge wartet das neu angefertigte Laufshirt auf mich!

Da unten liegt Gorekshep
5180 Höhenmeter sind erreicht


Tag 10
Ruhetag in Gorekshep:
das bedeutet: Abmarsch um 4Uhr morgens, Aufstieg zum Kalapathar. Der Weg nach oben ist wirklich anstrengend, immerhin geht es nochmals knapp 500 Meter nach oben. Dafür werden wir aber mit tollen Ansichten des Everest entschädigt!
Im nachfolgenden Bild ist der mittlere Gipfel, der mit dem Stern darüber, der Mount Everest.


Am Gipfel des Kalarparthar angekommen, können wir auch den Khumbu-Gletscher sehen. Dies ist der Zugang zum Everest und auch das Gebiet des Base Camp.


Einigen Mitgliedern unserer Gruppe ist auf dem Gipfel so kalt, dass die Guides einige Hände auftauen und warm rubbeln müssen. Falsche Klamotten gewählt! Mit Kopfschmerzen kämpft so mancher.
Tony spielt übers Handy den Song "happy" und animiert den Großteil der Gruppe zum Tanz, so kann man sich auch aufwärmen.


Die beiden Halbmarathon-Läufer unserer Gruppe, 2x Andrew, gehen heute noch über das Base Camp zurück nach Dingboche. Dort wird am Montag der Halbmarathon starten.


Tag 11
Der letzte "Wandertag" steht an, es geht zum Everest Base Camp. Die Strecke ist mit 4 Stunden beschrieben und wird von uns auch in der vorgesehenen Zeit bewältigt.
Das Gelände ist nun ein Gemisch aus Eis und Geröll.


Wir erreichen den offiziellen Punkt im Gelände, der mit dem einem Schild "Base Camp" gekennzeichnet ist. Hier machen wir Pause, damit alle ihre Fotos schießen können.


Der Gletscher ist nun nah und er ist so gewaltig, dass Menschen davor kaum zu erkennen sind.


Ein paar Mal müssen Wasserläufe gequert werden, dann tauchen die Zelte des Base Camp auf.


Unsere Crew ist seit 2 Tagen in der Gegend und hat die Zelte errichtet. Die Taschen mit unserem Gepäck wurden bis Gorekshep mit Yaks und 2 menschlichen Trägern transportiert. Von Gorekshep wurden alle Lasten von Menschen befördert, eine respektable Leistung.
Wir sind so froh, dass Ziel unserer Wanderung erreicht zu haben. Es gibt Tee im Küchenzelt....


Und so sieht das Base Camp, bestehend aus Zelten, aus:


Ash hat sich gleich den größten Stein zum sonnen gesichert:


Für das Base Camp wurde empfohlen, in Zweimannzelten zu nächtigen. Als Begründung wurden die tiefen Temperaturen angegeben.
So teile ich das Zelt mit Rob aus Holland; Rob ist 64 Jahre alt und erfahrener Wüstenläufer. Am Nordpol war er auch schon.


Tag 12
Ruhetag am Base Camp: und dieses Mal ist es tatsächlich ein Ruhetag.
Es werden ein paar Plakate angebracht und das Startgebiet besucht. Fotos werden gemacht.


Tag 13
Marathon - Tag:
das Frühstück ist für 6 Uhr angesetzt, der Lauf startet um 7.
50 Läufer versammeln sich zum Marathon, in Dingboche werden 4 Sportler den Halbmarathon in Angriff nehmen.

Hier noch mal das Laufprofil des Tages:


Als das Startsignal erklingt, sprinten einige Leute sofort los. Darunter die einheimischen Athleten und wenige Ausländer. Favorit der ausländischen Starter ist ein Pole, der bereits im Vorjahr dabei war und die Wertung gewonnen hat.


Die Wegstrecke wurde von Helfern mit Fahnen, Wimpeln und Absperrband markiert.
Nach Verlassen des Base Camps geht es zunächst noch mal 200 Meter bergan. Wann immer es ebene Passagen gibt, versuche ich zu laufen. Das ist aber viel zu anstrengend und kostet Kraft. So bilde ich ein Team mit Rob, der die gesamte Strecke gehen will.

Rob will die Strecke gehen
gemeinsam erreichen wir Gorekshep (Station 1)

In Gorekshep, der ersten Verpflegungsstation nach knapp 5 km, treffen wir auf David und Daniel. Vater und Sohn wollen die Distanz gemeinsam bewältigen.
Ab hier treffen wir die beiden immer mal wieder, meist an den Pausenstationen.

Station 2 in Lobuche
Wir sind zu viert: Rob, David und Dan

Bei Dingboche, dem Startpunkt des Halbmarathons, gibt es warme Suppe. Die gönnen wir uns.
Die Hälfte haben wir aber noch nicht geschafft, zunächst müssen wir noch den "Bibre-Loop" absolvieren. Als wir in den Loop hineingehen, kommt Hanna gerade heraus.

Wir sind wieder in Dingboche
Hier gibt es warme Suppe

Am Wendepunkt des "Bibre-Loops" gönnen wir uns eine kleine Pause. Wir sind zu dritt: David, Dan und ich. Aber während wir sitzen, schließt Rob zu uns auf und so verlassen wir den Loop zu viert. 5 Stunden sind bereits vergangen und wir haben hoch gerechnet, dass es mit der 9-Stunden-Totzeit bei Kilometer 32 eng werden könnte. Also erhöhen wir das Tempo: wann immmer die Strecke es erlaubt, laufen wir nun. Rob aber bleibt bei seiner Strategie und geht weiter.
Nach genau 8 Stunden erreichen David und ich das Kloster Thyangboche bei Kilometer 32, Dan ist voraus geeilt.
An der Verpflegungsstation kümmert sich der Doktor um 4 Patienten aus der Marathongruppe: alles einheimische Läufer mit Brüchen oder anderen Wunden.

Kloster Thyangboche bei Kilometer 32
Nur noch 5km

David und ich machen uns auf die letzten 10km. Bei Kilometer 37,5 gibt es noch einmal warme Suppe und dann gehen wir gut gelaunt "nach Hause". Wir erreichen Namche Bazaar noch gerade im Tageslicht. Gemeinsam queren wir die Ziellinie und nehmen Medaille und Urkunde entgegen.



Im Zielbereich erhalten wir warme Kleidung und Getränke. Kurz nach uns kommt auch Rob ins Ziel und wir werden als kleine Gruppe zum Hotel geleitet. Dort sitzen bereits die Finisher unserer Gruppe und feiern in kleiner Runde. Die beiden Halbmarathonis sind auch dabei.
Die Party wird kurze Zeit später ins Pub verlagert.


Tage 14 und 15
In knapp anderthalb Tagen gehen wir von Namche aus bergab in Richtung Lukla, genießen auf dem Weg aber noch die Köstlichkeiten der deutschen Bäckerei, die uns auf dem Weg nach oben bereits aufgefallen ist. In Lukla angekommen nisten wir uns direkt neben dem Flugplatz in der Buddha-Lodge ein. Auf dem Hinweg haben wir Lukla ja verpasst, nun bestaunen wir alle die kleine Landebahn.


Hier in Lukla verabschieden wir uns nun von den Helfern unserer Gruppe, indem wir Trinkgelder und Sachspenden übergeben. Dies passiert bei einem ausführlichen Abendessen.




Und dann fliegen wir von Lukla wieder nach Kathmandu.




Restprogramm in Kathmandu
die meisten von uns haben noch 2 Tage zur Erholung in Kathmandu. Aber ein Pflichttermin bleibt noch:
die Abschlussparty im Hotel Shanker mit den Honoratioren der Stadt. Reden werden gehalten, Fotos und Videos präsentiert, gegessen und getrunken. Das ist das offizielle Ende der Marathon-Reise.



Hier finden sich die Ergebnisse: THEM 2015