02.09.2017:
XXXVIII. Usedom Marathon & 27. Halbmarathon
Der Usedom-Marathon gehört fest in das Programm vieler norddeutscher Sportler. Aber in diesem Jahr kollidiert der Termin mit den Einschulungen in vielen
Orten, auch mit denen in Stralsund. Die Meini's und Schorni sind direkt betroffen. Von den Runners jedenfalls meldet sich im Vorfeld niemand an.
Außerdem findet am nächsten Wochenende erneut der IRONMAN Binz statt (die vierte Auflage),
an dem viele Sportler teilnehmen werden. Einigen liegen die Termine zu nah beiander, und Binz ist vielen wichtiger!
Bolle nutzt die Chance der Nachmeldung und trägt sich erstmals am Samstagmorgen direkt im Wolgaster Stadion in die Starterliste ein.
Um 7Uhr morgens ist das Stadion noch leer, nur das Zeitnahme-Team von "tollense timing" und die Helfer sind aktiv. Und plötzlich taucht Thomas K. auf dem
Parkplatz auf, Bolle ist überrascht. Aber auch Thomas hat sich kurzfristig zur Teilnahme entschieden und wollte dies vorher nicht bekanntgeben.
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| Wolgast begrüßt die Marathonis, auch Thomas K. aus S an der O |
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Dies ist der Laufbericht von Bolle:
Nach dem Treffen mit Thomas haben wir uns zum Frühstück begeben; hier im Stadion gibt es noch immer Brötchen und Kaffee für kleines Geld. Und da tauchen auch
schon weitere Bekannte auf: Heiko Luther hatte sich vorangemeldet und läuft zum 5.Mal infolge den Usedom-Marathon. Patricia aus Berlin ist wieder dabei und hat
einige Läufer aus der Hauptstadt im Gepäck. Die Günthers vom HANSE-Klinikum Stralsund sind wie im Vorjahr Teilnehmer in einer Staffel.
Beim gemütlichen Frühstück werden Geschichten ausgetauscht und Termine vorgeschlagen. Zu 8.30Uhr werden die Busse aufgesucht, die erstmals in der jüngeren Geschichte
in anderer Richtung abfahren. Und es sind viele Plätze in den Bussen frei, das kennt man so nicht von den Vorjahren. Gerüchte machen die Runde, dass die Teilnehmerzahl,
verglichen mit früheren Läufen, deutlich geringer ausfällt.
Im Bus geht es weiter mit Geschichten-erzählen:
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| Heiko und Thomas tauschen Infos aus |
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| Patricia ist überrascht, dass die Stralsunder an Bord sind |
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Der Bus darf den Grenzübergang bei Ahlbeck nicht überfahren, es gibt eine Gewichtsbegrenzung auf 3,5 Tonnen. Und heutzutage sind Marathonläufer so schwer, dass dieses
Maß schnell überschritten wird. Daher wird die Alternativroute am Wolgastsee vorbei nach Zirchow und Garz genommen. Jaaaaaaa, auch auf Usedom gibt es einen Ort namens
Garz. So fährt man auch auf anderen Wegen in Swinemünde ein.
Kaum hat man den Bus verlassen, trifft man auf weitere Bekannte: Steffen Rode, einer der ganz schnellen Athleten, wird in diesem Jahr "nur" in einer Staffel
antreten. Steffen hat kürzlich am IRONMAN teilgenommen und am heutigen Abend noch eine Familienvater. Sein Vater, der Laufvogel-Designer, wird uns den
ganzen Tag begleiten und akustisch unterstützen.
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| 3 Geheimfavoriten auf einem Fleck: Heiko, Steffen, Thomas |
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In Swinemünde erfolgen wie üblich die Vorbereitungen auf den Lauf: noch schnell etwas Nahrung und Getränke einschieben, Sportsachen anziehen, das Gepäck im Bus
verstauen. Dabei treffen wir auf einen polnischen Barfußläufer, der uns, sehr gut deutsch sprechend, von einigen Läufen berichtet. Angeblich sei der
Straßenbelag in Barcelona ganz übel für Barfußläufer.
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| polnischer Barfußläufer |
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Der Startschuss erfolgte ohne großes Theater: keine langen Ansprachen (oder haben wir diese überhört??), keine lauten Kanonen.
Die Wetterprognose war ziemlich gut für den Lauftag: trocken und nicht zu warm; so gefällt es den Läufern. Und für die Einschulungsfeiern kommt es so auch besser,
als noch vor einer Woche angekündigt.
Thomas K. bleibt seiner jahrelang erfolgreichen Strategie treu: er stellt sich vorne ins Starterfeld und stürmt davon. Lauf mal, Thomas! Wir folgen in
gemütlichem Tempo und großem Abstand.
Heiko und ich laufen zusammen, wir freuen uns bereits auf die Waldkneipe bei Kilometer 14. Im Vorjahr gab es hier den Eierlauf mit Bierbelohnung. Auf dem
Weg dahin laufen wir zunächst zu Doreen Günther auf, die für ihre Staffel, die "Sundläufer", den ersten Streckenabschnitt übernimmt. Doreen sieht gar nicht
glücklich aus und meint, dass sie nicht so gut drauf sei wie beim Rostocker Nachtlauf. Wahrscheinlich hat Andre das Frühstück nicht vernünftig arrangiert?!
Den hätten wir bei Kilometer 10 auf der Promenade fragen können, denn dort stehen die Staffelmitglieder und warten auf den ersten Wechsel.
Wie im Vorjahr sehen die Staffelabschnitte so aus:
1. Läufer: Swinoujscie - Bansin Seebrückenzugang (10,3 km)
2. Läufer: Bansin Seebrücke - Ückeritz Rehaklinik (8,7 km)
3. Läufer: Ückeritz Rehaklinik - Koserow Seebrückenzugang (5,9 km)
4. Läufer: Koserow Seebrückenzugang - Zinnowitz Eisenbahnbrücke/B 111 (5,1 km)
5. Läufer: Zinnowitz Eisenbahnbrücke - Peene-Stadion Wolgast (12,2 km)
Kurzes Abklatschen mit Andre, dann geht es links hinauf ins Grüne. Wir kennen das aus vielen Vorjahren, nun beginnt das Auf und Ab im Wald. Und dann, irgendwo zwischen
Kilometer 13 und 14, stehen die Herren der Waldkneipe am rechten Wegesrand und versuchen, einige der Läufer zum Spiel zu überreden. Uns muss man nicht lange bitten.
In 2017 spielen wir Büchsenwerfen und Silikon-Dart!
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| Ankunft an der Waldkneipe kurz vor Km14, das Bier ist gezapft |
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Heiko schnappt sich gleich die erste verfügbare Fischbüchse und räumt die Cola-Flasche vom Holzpfahl. Genau darum geht es! Und zur Belohnung gibt es natürlich Hopfenkaltschale...
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| hier finden die wirklich wichtigen Wettbewerbe des Tages statt |
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Ich dagegen wollte mit der dicken Bohnen-Büchse einen Treffer landen und habe den ersten Wurf daneben gesetzt. Dann habe ich, Heiko hatte es ja vorgemacht, mit der
flachen Fischbüchse im zweiten Anlauf Erfolg. Das wäre aber auch nicht wichtig gewesen, da die leere Colaflasche an einer Angelschnur befestigt war und vom
Personal per "Fernaktivierung" vom Pfahl gezogen würde. So wird jeder zum Sieger!
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| Büchsenwerfen |
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| und Silikon-Dart |
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Wir müssen ganz klar festhalten: hier, mitten im Wald, werden die wirklich wichtigen Wettbewerbe des Tages ausgetragen. Der Marathon wird so zum Mehrkampf.
Und die sozialen Kontakte zu den Insulanern sind auch von großer Wichtigkeit!
Für lange Pausen ist es jedoch etwas zu früh, vom Kilometer 14 bis zum Ziel in Wolgast ist es noch ein weiter Weg. Also laufen wir weiter...
Beim nächsten Staffelwechsel treffen wir wieder auf die "Sundläufer", Andre läuft ein paar Meter mit. Er selbst wird seine Staffel nach Wolgast ins Stadion
führen. Daher hat er an dieser Stelle noch viel Zeit bis zu seinem Einsatz.
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| die "Sundläufer" tauchen immer wieder am Wegesrand auf |
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In Ückeritz ist die Laufstrecke wie im Vorjahr leicht verändert (Linkskurve, bevor es bergan in den Wald geht).
Die Hälfte des Weges bewältigen wir in ca. 2.06h, das liegt im langjährigen Mittel bei Teilnahme an Gesellschaftsspielen. Rode senior begrüßt die ankommenden Läufer
mit Megaphon und lautstarken "nur noch 20.000 Meter!".
Am Streckenpunkt "Koserow Seebrückenzugang", hier findet der 3. Staffelwechsel statt, geht es auf den Deich. Viele Läufer hassen diese Passage, da man Wind und
Wetter ausgesetzt ist und viele andere Leute (Radler und Fußgänger) den Weg beanspruchen. Dabei handelt es sich hier nur um knapp 2 Kilometer, bevor man kurz
hinter dem Km-Schild 27 zur Gartenkneipe in Zempin gelangt. Hier haben wir früher schon für ein Getränk angehalten und machen dies erneut.
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| Der Deich ist bezwungen, Zeit für eine Belohnung |
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Die Chefin kann sich an uns erinnern und wir versprechen auch einen Besuch in 2018. Inzwischen ist die Sonne raus gekommen, es wird warm. Doch für weitere 3 Kilometer
können wir uns noch im Schatten der Bäume verstecken. Wir arbeiten uns zur Bundesstraße vor, hier ist der Kilometer 30 erreicht und der letzte Wechselpunkt der Staffeln.
Andre kann es kaum erwarten, endlich seinen Beitrag zu leisten und in Richtung Wolgast zu spurten.
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| Die B111 bei Km30 ist erreicht |
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Während wir uns also mühevoll vom 30. Streckenkilometer nach vorne in Richung Wolgaster Stadion bewegen, übernimmt Andre den Staffelstab und sprintet sofort an uns
vorbei. Das Ziel hat er sich selbst gesetzt: nur nicht Letzter werden!!! Aber die Gefahr besteht wohl nicht, denn Andre kann schnell laufen und ist nach nur
wenigen Minuten aus unserem Blickfeld verschwunden.
Die 12 Kilometer an der Bundesstrasse sind wirklich nicht der beste Teil der Laufstrecke, auch das wissen wir aus den Vorjahren. Aber nun heißt es wieder: beißen!
Der nächste Zwischenhalt ist die Tränke in Bannemin. Danach folgen noch 2 weitere Verpflegungsposten vor dem "Blauen Wunder". Auf dem lang gezogenen
Fahrradweg erbettelt Heiko erneut Nahrung von den Helfern: auf Nachfrage öffnen die netten Leute ihre privaten Brotdosen und spendieren Buletten auf Brot. Heiko
erinnert die Leute daran, dass wir bereits im Vorjahr an selber Stelle erfolgreich Happen geschnorrt haben. Und auch hier vereinbaren wir ein Wiedertreffen
für das Jahr 2018.
In Wolgast wird wieder die Straßenseite gewechselt, es geht erneut unter der Brücke hindurch. Die Sicht von der Brücke ist wundervoll, man sieht die Lürssen Werft, jede
Menge Wasser und Boote. Eine Schande, dass die meisten Teilnehmer einfach mit gesenktem KOpf über die Brücke traben.
Mitten auf der Brücke steht das "40km - Schild", nun sind wir fast im Ziel. Noch ein paar Kurven in der Wolgaster Innenstadt, den Bogen zum Stadion geschlagen und
schon geht es den Anstieg zum Stadion hinauf. Unsere Zeit wird wieder mal grandios, irgendwas bei 4.50h. Aber dafür hatten wir unterwegs jede Menge Spaß.
Thomas sitzt an der Ziellinie und empfängt uns mit guter Laune; er hat mal wieder alles gegeben und die 4 Stunden unterboten. Starke Leistung!!!
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| Sieg! |
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Einen Großteil der Strecke haben wir immer wieder Gespräche mit Olaf von der "Laufgruppe SC Laage" geführt, im obigen Foto trägt er die Nummer 497.
Die Sportler aus Laage sind ja bei allen Events im Norden stark vertreten und räumen auch beim Fachhochschullauf in Stralsund mächtig ab. Kaum zu glauben, dass der
Olaf auf der Stadion-Halbrunde an uns vorbei sprintet und lächelnd meint, dass dies ein Wettkampf sei. Großes Gelächter.
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| die 2017er Medaille |
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In der Ergebnisliste wurden 178 Teilnehmer gelistet, 13 davon ohne gültige Wertung.
Beim Halbmarathon stehen 258 Namen in der Liste, 22 Staffeln haben teilgenommen.
Bei so wenigen Teilnehmern bekommen auch die Langsamläufer noch etwas zu beißen; das war in den vergangenen Jahren nicht immer so.
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| erfolgreiche Finisher im Wolgaster Stadion |
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Thomas berichtet, dass er einen Teil der Strecke mit Patricia gelaufen ist. Doch er musste sie ziehen lassen, Patricia war einfach zu schnell.
Patricia hat mit 3.51h eine ausgezeichnete Leistung angeliefert und Platz 3 der AK belegt. Sie wurde somit auf's Podest gerufen und darf Töpferware von der Insel
mit nach Hause nehmen.
Wir sitzen in kleiner Gruppe zusammen, trinken Bier und löffeln Suppe. Dann ist Feierabend.
Usedom 2017 verabschiedet sich mit dem Streckenfahrzeug:
Die online-Ergebnisse findet man bei "raceresult":
38.Usedom-Marathon
Wer sich den Streckenverlauf (als GPS-Aufnahme des Jahres 2016) ansehen möchte, ist hier genau richtig:
Und noch schnell das detaillierte Höhenprofil: