Stralsund Runners
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01.08.2020:
7. Berliner Vollmond-Marathon

Etze hat nach Berlin zum Vollmondmarathon geladen. Das wäre an und für sich keine besondere Information, aber in Corona-Zeiten ist dies eine der wenigen Veranstaltungen, die überhaupt stattfinden. 100 Teilnehmer dürfen auf der Marathonstrecke starten! Als Bolle zu Ende Juni nachfragt, wie die Lage in Berlin sei, reckt Etze den Daumen nach oben und mahnt, dass nur noch 11 Startplätze für den langen Kanten frei wären. 2 dieser Plätze sichern sich Herr Fieburg und Bolle.
Nach der Einnahme von Elefanteneintopf am Vorabend und der vormittaglichen Einschulung der neuen Erstklässler machen sich die beiden Stralsunder auf den Weg in die Hauptstadt. 17Uhr wird die Laufstrecke freigegeben, genug Zeit also zur Anreise in die Siemensstadt nach Berlin.
Heute wäre unter "normalen Umständen" ohnehin ein sportlicher Tag, denn mit Müritzschwimmen und Rostockmarathon stehen am ersten Augustwochenende 2 tolle Veranstaltungen auf dem Plan. Das Müritzschwimmen findet statt, die Rostocker Marathon-Nacht nicht. Zur Erinnerung: in den vergangenen beiden Jahren haben wir die beiden Events durch eine zusätzliche Radfahrt von Waren nach Rostock zum Triathlon gemacht!

In Berlin greifen die heute allgemeingültigen Hygienekonzepte: Maske auf, Abstand halten, kein Händeschütteln.

Sport Centrum Siemensstadt

Wenig überraschend ist, dass bekannte Gesichter im Sport Centrum Siemensstadt zu sehen sind:
Andy Gäbler und Günter Schmidt aus Sachsen sind vor Ort. Mit diesen beiden Kollegen ist Bolle schon häufiger die Osteredition an gleicher Stelle gelaufen. Günter ist nach längerer medizinischer Behandlung auf dem Weg der Besserung, sitzt aber großteils im Rollstuhl. Ab und an schraubt er sich in die Höhe und geht ein paar Meter.
Sigrid Eichner ist dabei, auch keine Überraschung. Sigrid ist nun 80, kämpft auch mit dem einen oder anderen körperlichen Problem und wird aus diesem Grund heute "nur" einen Halbmarathon absolvieren. Und guck: da ist Alois!

so läuft man in 2020 Marathon

Zum Start werden die 100 Teilnehmer in 10 Blöcke a 10 Läufer eingeteilt, zwischen den Starts liegen 2 min Abstand. Beim Herauslaufen aus dem Stadion besteht noch Maskenpflicht, später beim Hineinlaufen ins Stadion ebenfalls. Jeder soll seinen eigenen Trinkbecher mitführen!
Los geht's ... Alois, Jensen und Bolle reihen sich in den letzten Block.

Startaufstellung im Stadion

Günter ist auf der Stadionrunde unterwegs, posiert mit den Läufern für ein Erinnerungsfoto und zeigt dann mit der Gehhilfe an, wohin der Weg führt.

Günter absloviert eine Stadionrunde

Hinaus geht es aus dem Stadion und dann um den Tegeler See, die Strecke entspricht der des Ostermarathons. Etze sagt immer: "ihr müsst zu eurer linken Seite Wasser sehen, dann seid ihr richtig!"

die Laufstrecke fühtr um den Tegeler See

Es wurde gesagt, dass die 10er Gruppe den ersten Kilometer zusammen laufen soll, da es zu einer Straßenquerung kommt, die von der Polizei gesteuert wird. Natürlich bleiben 10 Sportler nicht zusammen ... An der Ampel treffen wir Patricia, die heute als Helfer unterwegs ist und später das Besen-Fahrrad steuern wird. Sonst ist Patricia selbst laufend aktiv.
Am Kanal und Etzes Gartenkolonie schwenken wir auf die bekannte Marathonstrecke ein.

es ist Vollmond-Marathon

zusätzliche Trinkstation an der Gartenkolonie

Es ist heiß, über 30Grad zeigt das Thermometer an. Daher ist es nicht überraschend, dass die Badestellen des Tegeler Sees gut besucht sind. Von Sicherheitsabstand kann hier nicht die Rede sein! Leute sind auf den Wegen unterwegs und suchen nach guten Plätzen zum niederlegen. Daher müssen die Läufer stoppen, ausweichen, Geduld zeigen.

die erste von mehreren Badestellen am Tegeler See

Am Tegeler See liegen die Kreuzfahrtschiffe, dann geht es über die markante Hafenbrücke:

Hafenbrücke in Tegel

Interessant wird dann immer die Passage mit dem Berliner Mauerweg, weil man hier die Geschichte der Teilung der Stadt erleben und erlesen kann. Ein Marathon ist ja eigentlich nicht die beste Zeit für Fortbildung, wir nehmen uns diese Zeit.

Es geht auf dem Berliner Mauerweg

Wann immer möglich wird der Kontakt zu anderen Sportlern gesucht, z.B. zu Hochleistungsanglern wie im nachfolgenden Foto:

how much is the fish?!

Berliner Mauerweg

Alois weist auf den Grenzturm an der ehemaligen Übergangsstelle Stolpe hin. Hier sind wir schon öfters vorbeigelaufen, doch so richtig wahrgenommen haben diesen Turm nicht alle Aktiven. Heute ist die Zeit gekommen: abbiegen zum Turm und Infotafeln studieren:

Berliner Mauerweg, Grenzübergangsstelle Stolpe

Hier werden wir noch einmal auf die Coronakrise hingeworfen und die einzuhaltenden Sicherheitsabstände:

Haltet Abstand !

Inzwischen wird es dunkel und man kann den Vollmond erkennen, der dem heutigen Event seinen Namen gibt.

der volle Mond zeigt sich am Himmel

Immer wieder fragen Leute am Wegesrand, um was für eine Laufveranstaltung es sich hier handelt. Schließlich sind die Aktiven mit ihren Startnummern als "offizielle" Sportler erkennbar. Andere wiederum scheinen sich auszukennen und wissen genau, wie viele Kilometer noch bis zum Ziel zu laufen sind. Und das Paar im nächsten Foto hat sich eine ganz exzellente Position zur Beobachtung ausgesucht:

toller Aussichtsposten

Alois fragt in die Runde, wie viele Brücken am heutigen Tag wohl zu überwinden sind. Es müssen viele sein, man könnte den Lauf auch als Brückenlauf ausweisen. Dabei kommt Alois die nächste Idee: die Stralsund Runners sollen doch bitte einen Ersatzlauf für den Brückenmarathon, der ebenfalls ausfällt, ausrichten. Es sei ihm auch egal, wenn man 10 Runden im Stadtwald laufen muss.
Bei all dem Gerede über Brücken erreichen wir die schon die nächste:

die markante Brücke, die auch vom anderen Seeufer gut zu sehen ist

Der Rest des Weges geht so:
die bekannten Bierstationen sind nicht nutzbar. Die Waldschenke bei Kilometer 30 richtet eine Hochzeit aus und ist somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. In Spandau haben die Kneipen nicht geöffnet. Alois meint, wir sollen uns bis zur Gartenkolonie gedulden oder gleich bis zum Ziel. Und so wird es gemacht. Nach vielen Gehpausen, auch in größerer Gruppe mit anderen Läufern, kommt man dem Stadion näher. Unterwegs trifft man noch auf eine Hochzeitsgesellschaft, deren Feuerwerk am nächtlichen Himmel gut erkennbar ist. Der Mond dagegen ist hinter Wolken verschwunden.

Zieleinlauf mit Mundschutz

Es hat heute fast 6 Stunden gedauert, den Vollmondmarathon ins Ziel zu bringen. Dafür war es ein entspannter Lauftag mit vielen Unterwegsstationen zur Entspannung und Weiterbildung. Da die beiden offiziell verfügbaren Bierkästen bereits leer sind, müssen wir Etze um Zusatzbiere anbetteln. Und werden erhört.

Abschlussfoto mit Etze, Herr Fieburg und Laufhund Bruno

Wir setzen uns dann zu Alois ans Auto und erfrischen uns mit Bier. Alois hat sogar gekühlte Getränke dabei, was für ein Luxus.

Prosit

Patricia kommt mit dem Besen-Fahrrad und den letzten Läufern auch noch am Parkplatz vorbei, allerdings aus der falschen Richtung. Egal. Patricia bekommt ein Bier und darf sich nach mehrstündiger Radtour auch ausruhen. Dann ist Feierabend.
Die Stralsunder fahren heim und treffen Sonntagmorgen gegen 3.30Uhr am Sund ein. Da freut man sich noch kurz über die Medaille und fällt erschöpft ins Bett.