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10.10.2021:
40. S25 - Berlin läuft (wieder)

Der S25 ist Berlins ältester Langstreckenlauf und damit bedeutend älter als der berühmtere Berlin-Marathon, hier nachzulesen. Neben der Tatsache, dass hier entschieden weniger Teilnehmer anwesend sind als beim Berlin-Marathon, ist vor allem die Streckenführung, und da ganz besonders Start & Ziel das absolute Highlight dieses Laufs. Die finden nämlich vor bzw. im Ziel wirklich im Olympiastadion in Berlin statt!

Angemeldet ursprünglich für 2020, was aus bekannten Gründen natürlich auch hier nicht stattfand, wäre der originale Termin eigentlich im Mai gewesen, aber auch der Termin wurde aufgrund des dummen Virus verschoben. Also dann halt jetzt im Oktober. Der Beamte war aufgrund fehlender bzw. zu weniger Wettkampfherausforderungen auch in diesem Jahr wieder viel zu faul, sodass sich auch in diesem Jahr nur wenige Einträge im Kalender finden und den Gletschermarathon musste er kurzfristig wegen Rücken auch absagen. Also jetzt aber endlich ein angemessener Wettkampf und zwar direkt mal der zweitlängste Lauf den er je bestritten haben würde.

Am Samstag aufgemacht von Bonn nach Berlin, ging die Fahrt auf deutschen Autobahnen relativ entspannt vonstatten, sodass das Hotel am Nachmittag bezogen werden konnte. Gut war die Nähe zum Olympiastadion, nur 3km entfernt, das bedeutete am nächsten Morgen kurze Wege. Am Samstag musste man noch die Startunterlagen in der Mall of Berlin abholen vor dem Sport Scheck-Laden. Direkt noch ein Schnäppchen gemacht, die Funktionsshirts aus dem Vorjahr, die extra für die Jubiläumsausgabe 2020 aufgelegt wurden und dann keinen Absatz fanden, wurden in diesem Jahr für 'nen Fünfer rausgehauen.

Abholung der Startunterlagen in der Mall of Berlin vor dem Sport Scheck


Funktionsshirt, das für das Jubiläum in 2020 gemacht wurde und dann nicht zum Einsatz kam


bekannt


auch bekannt


Nach der Mall noch ein bißchen Sightseeing und Essen beim Italiener am Brandenburger Tor, dann zurück zum Hotel und einigermaßen früh ins Bett in der Hoffnung einigermaßen ausgeruht an den Start gehen zu können, wurde diese Hoffnung nachts um 01:00 Uhr jäh zunichte gemacht. Da machte sich die Feuerwehr lautstark bemerkbar, die sich für ungefähr eine Stunde auf dem Gelände des Hotels aufhielt. Am nächsten Morgen beim Frühstück erfahren, das es wohl im Anbau des Hotels einen Feueralarm gab, der zur Folge hatte, dass die dortigen Bewohner alle das Haus verlassen mussten. Dieses Schicksal blieb den Gästen des Hauptflügels glücklicherweise erspart.

Start der Läufe (neben den 25km gab es auch einen HM sowie einen 10er, insgesamt waren wohl mehr als 8000 Läufer*innen unterwegs) war für 10:00 Uhr terminiert, aber in der Mall wurde mir schon mitgeteilt, man sollte möglichst schon um 09:00 Uhr vor dem Olympiastadion sein wegen der Einlasskontrollen. Nach einer Odyssee vom Hotel Richtung Stadion zu Fuss und wieder zurück (weil Ausweis im Auto liegen lassen) und wieder zum Stadion (diesmal mit Auto) war ich dann gegen 09:15 Uhr vor Ort und reiht mich in die Schlange von mehreren hundert anderen Läufern ein, die alle vor der Einlasskontrolle warteten. Die bestand am Anfang aus sage und schreibe einem Eingang! Später wurde dann noch ein zweiter Eingang geöffnet, aber schon jetzt war absehbar, dass der Start nicht pünktlich erfolgen würden konnte. Irgendwann 20 Minuten vor 10:00 Uhr war ich endlich auf dem Gelände, Kleiderbeutel musste auch noch abgegeben werden.


Olympiastadion


Olympische Ringe 1936


Lange überlegt welche Klamotten ich letztendlich anziehen sollte, weil es war mehr als frisch morgens in Berlin, kurz vor dem Start gerade 7°C. Was mich doch sehr erstaunt hat angesichts der Temperaturen, dass viele Mädels/Frauen, denen ja (fälschlicherweise?) nachgesagt wird besonders kälteempfindlich zu sein, schon lange vor dem Start in kurzen Klamotten rumliefen! 🤔


Hier der Streckenverlauf der drei Läufe


Gegen 10:05 Uhr ging’s dann endlich los. Hier mal eine Grafik des Streckenplans, die Höhepunkte auf der Strecke sind dabei wohl sicher in genau dieser Reihenfolge die Siegessäule, Straße des 17. Juni, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Gendarmenmarkt, Potsdamer Platz, Gedächtniskirche, Ku’damm, und dann am Ende der Einlauf ins Olympiastadion durch den Tunnel - was soll ich sagen, einfach nur geil! Die Bedingungen waren natürlich auch genial, es waren später gegen Ende des Laufs ca. 12-13°C, strahlender Sonnenschein, moderater Wind, also perfektes Laufwetter! Verpflegungspunkte alle 5km, etwas schade war, dass es auf der gesamten Strecke nur Wasser zu trinken gab, keine Isogetränke, kein Tee…. Zumindest ab VP3 gab’s dann zumindest auch Bananen. Das ist aber eigentlich auch schon der einzige Kritikpunkt den man anbringen könnte.

Siegessäule


einer der Höhepunkte - Lauf durch's Brandenburger Tor


Gedächtniskirche am Ku'damm


Ansonsten ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, reiht sich hinter Medoc in meiner persönlichen Laufvita direkt auf Platz 2 ein. Der Einlauf ins Olympiastadion unvergesslich, leider ohne Zuschauer dieses Jahr, das wird hoffentlich nächstes Jahr wieder besser, aber auch so ein Highlight in jedem Läuferleben! Ich kann wirklich jedem nur mehr als empfehlen sich hier mal anzumelden, für mich wird es definitiv nicht das letzte Mal in Berlin gewesen sein!

offizielle Jubiläumsmedaille


Siegerpose

Siegertafel von 1936

einer der Größten aller Zeiten verewigt - GOAT


damals ging Bauen in Berlin noch schneller

Fußabdruck von Günter Netzer

Fußabdruck von Gerd Müller