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15.05.2022:
S 25 Berlin

Direkt eine Woche nach dem Wings for Live World Run - S 25

Die Wunden des WFLWR waren noch nicht ansatzweise verheilt, da bat der Terminkalender doch recht nachdrücklich zum S 25 nach Berlin. Wer sich über den komischen Namen wundert, dass S kommt schlicht von einem allseits bekannten und wenig beliebten Geldhaus, welches hier als Hauptsponsor fungiert. Nachdem der große Meini bereits im Herbst des letzten Jahres erfolgreich teilgenommen hatte, konnte er Matthes erfolgreich überreden sich den Spaß mal anzuschauen. Angeboten werden hier neben dem namensgebenden 25km Lauf auch ein Halbmarathon sowie die 10km-Distanz. Außerdem auch einen 2 km Kinderlauf.

An dieser Stelle noch ein paar Anmerkungen vom Beamten:

Schon der Anreisetag nach Berlin gestaltete sich für diesen als wahre Odyssee! Man sollte tunlichst nicht während des Urlaubs den Mobilfunkanbieter wechseln, das kann nur in die Hose gehen! Vereinbart war, dass mir die neue SIM-Karte an die Adresse meiner Eltern geschickt würde, da mein alter Vertrag einschließlich Rufnummernportierung am 12.05. endete. Und, was war nicht pünktlich da? Genau! Also am Freitag noch fix eine Prepaidkarte besorgt. Nun ist das nicht mehr wie früher, Karte rein, PIN eingeben und lossabbeln. Online-Registrierung, Videocall zur Identifikation etc. pp. Irgendwann endlich fertig, max. 24h zur Freischaltung. Es kam wie es kommen musste, Samstagmittag Anreise nach Berlin, keine Karte freigeschaltet, kein Navi auf dem Autoradio, hat man ja schließlich auf dem Smartphone, nur blöd dass man dafür eine Datenverbindung braucht.

Hilft nix, los. Nach 25km Vollsperrung auf der A20 wegen Unfall, ich hatte Logenplätze. Kam halt nur nicht weiter, anrufen konnte ich auch nicht, Karte war ja nicht freigeschaltet. Es wurde später und später, Matthes wartete, hatte mittlerweile schon gefühlt 15x angerufen, tja - ging nur keiner ran. Adresse vom Hotel hatte ich, aber in der Ecke null Kennung. Also ganz ganz oldschoollike an der Tanke eine Straßenkarte von Berlin gekauft, nur blöd wenn man aufgrund fehlender Brille die Straßennamen nicht lesen kann. Durch Berlin geirrt, frei nach Schnauze und Wegweisern orientiert, irgendwann durch bloßen Zufall die Straße gefunden, jetzt nur noch nach der Hausnummer suchen. Endlich WLAN im Hotel und über whatsapp Matthes anrufen können, der schon auf dem Weg zur Berlin Mall war die Startunterlagen abzuholen.

Was für ein Drama! Davon musste man sich mental erholen, zum Glück hat man den Praktikanten mit Kleiner-Muck-Schuhen mit! Also ab ins Zentrum Unterlagen abholen. Welche Startnummer wurde nicht gefunden? Genau, die von Matthes! Nochmal neue Startnummer am Helpdesk beantragen, endlich ready to start. Ab zum Sightseeing. Erster Anlaufpunkt Siegessäule!

Die holde Weiblichkeit lief schon mal vor


"Die bekrönende Viktoria von Friedrich Drake wird im Berliner Volksmund „Goldelse“ genannt." aus Wikipedia

Vorbei an Hunderten von weiblichen Grazien, die im Tiergarten den Frauenlauf absolvierten. Wir sind halt faul die Stufen der Siegessäule hochgestiegen und haben uns die pinke Schau von oben angeschaut. Danach ab an die Spree zum Sehen, weniger Gesehenwerden. Die männlichen Grazien verdingten sich weniger beim Langsamen Laufen denn beim Langsamen Walzer an der Spree, es musste jetzt geraten werden, wer hier der Mann und wer die Frau beim Tanzpaar war. Großzügige Runde über Hbf, Kanzleramt, Reichstag, Museumsinsel, Dom, Unter den Linden, Nikolaiviertel wieder zurück zum Brandeburger Tor, wo wir bei "La Mama" spachtelten und uns vom Kellner, angeblich Basketballtrainer, nach dem Lauf entweder das Eisbad oder die Fangomatte angeboten wurde. Damit nicht genug, wollte Matthes danach noch unbedingt zum Fernsehturm, weil er als Kind da nur 21x mal drauf war. Gut, der Turm ändert sich ja auch ständig... ;) Also da auch noch hingetobt, diesmal aber mit Auto, mittlerweile war es stockdunkel, nur der fast volle Mond erhellte die dunklen Gestalten am Alex. Für den Schnapper von 21,50 € mit dem Fahrstuhl hoch, Matthes Frage nach der Möglichkeit über die Treppe hochzukommen wurde leider abschlägig beschieden! Oben 'ne Kaltschale genommen, Matthes Intention von oben Fotos zu machen, erwies sich aufgrund Dunkelheit, Licht von hinten und Glasscheibe von vorn als Tagtraum.

Es ist Spargelzeit! Der weltweit bekannte Telespargel in Berlin.

Zurück zum Hotel und gegen 23:30 Uhr wollte ich dann endlich ins Bett, die Spandauer Jugend sah mein Ansinnen Schlaf zu finden aber als zu langweilig an. Es wurde eine sehr kurze Nacht, aber am Ende ist dann ja alles gut ausgegangen, wie die weiteren Zeilen von Matthes verraten.



Die beiden Runnners hatten sich für das Hauptevent angemeldet, da nur hierbei die Laufstrecke vorbei an der Siegessäule durch das Brandenburger Tor führt. Andreas hatte bereits vor längerer Zeit eine Nobelunterkunft gebucht, wo auch Matthes wenige Tage vor dem Lauf noch ein Zimmer ergattern konnte, leider! Das gute Hotel stellte sich als ziemlicher Fehlgriff heraus, so dass beide sich nicht zu lange durch zu langen Schlaf der Gefahr aussetzen wollten sich wund zu liegen. Fühstück gab es erst ab 8 Uhr, was schon reichlich knapp war, also baten beide äußerst pünktlich um Einlass zur Futterstelle.

Danach ließen sie ein Auto am Hotel stehen und begaben sich Richtung Olympiastadion. Ein wenig umgeschaut, ein paar Fotos gemacht, Kleiderbeutel abgegeben und an die Startlinie. Obwohl noch auf dem Weg zur Startlinie kräftig ausgewrungen, verschlug es einen der beiden 150 m (in Worten Einhundertfünfzig!!!) in die Büsche zum Erleichtern des Wassertankes. Namen sollen hier unerwähnt bleiben, nur so viel der Beamte war es nicht. Standesgemäß ganz am Ende des doch sehr üppigen Starterfeldes trabten die beiden Runner gemütlich auf die Strecke. Es war strahlend blauer Himmel und wohl schon an die 20°C, beiden schwante schon Böses wegen aufkommender Hitze und sie suchten den Schatten wo es ging.

Nach dem ersten Getränkehalt bei km 5 trennten sich die beiden und jeder kämpfte in seinem Tempo weiter. Es ging nun erstmal einige Kilometer geradeaus. Über die Kreisverkehre am Ernst-Reuter-Platz und der Siegesäule, ging es dann wie erwähnt durch das Brandenburger Tor, vorbei an der amerikanischen, der französischen und der russischen Botschaft, ging es bald rechts ab Richtung Gendarmenmarkt. Dort wendete im Prinzip der Kurs und es ging über den Potzdamer Platz, auf den Kurfürstendamm. Vorbei am KaDeWe und der Gedächtniskirche, den Kudamm hinauf, bis es irgendwann rechts abging Richtung Olympiastadion. Mit einem leichten, aber langgezogenen Anstieg und der prallen Sonne, die nun unerbittlich brannte, kam man wieder am Olympiastadion an. Mit einem leichten Schlenker um die Anlage ging es von der Seite durch einen langen Gang und eine Art Tunnel direkt auf die blaue Tartanbahn des Stadions. Das ist schon sehr beeindruckend, auch wenn nur sehr wenige Zuschauer anwesend waren. Noch eine dreiviertel Stadionrunde und ab über die Ziellinie. Alle Uhren auf Stop und die schöne steile Treppe hinauf zu den Getränken. Geschafft!

Die Verpflegung hier war wie auch unterwegs sehr reichhaltig und lecker. Zwei kleine Kritikpunkte aber bleiben doch, unterwegs hätte es, auch wegen der Hitze, ein oder 2 Getränkepunkte mehr geben können und es fehlten am Ende die Duschen. Dennoch eine gelungene Veranstaltung und beide kamen überein, hier durchaus wieder an den Start gehen zu wollen. Vielleicht können sich ja beim nächsten Mal ein paar Runners mehr aufraffen, die Reise anzutreten.

Da hatten sie noch Kraft, blöd zu grinsen








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